Vorwort

Im Folgenden soll der Datensatz der Break Free From Plastic Bewegung für das Jahr 2019 und 2020 explorativ erkundet werden. Der Datensatz enthält 13.380 Beobachtungen zu Plastiksammelaktionen in 69 Ländern. Enthalten sind die Variablen (als Stichpunkte): Land, Jahr, Hersteller des Produktes, Art des gesammelten Plastiks sowie die Anzahl an durchgeführten Events und der Anzahl teilnehmender Freiwilliger.

Anmerkung: Mehr Informationen zu Break Free From Plastic finden Sie unter diesem Link.

Datenbereinigung

Im Jahr 2020 konnten nur wenige Events durchgeführt werden. Nach Betrachtung der Datenlage wurde das Jahr 2020 deshalb von der Analyse ausgeschlossen. Auch wurde der Datensatz in zwei Tabellen aufgeteilt: Daten zum Plastikaudit und Daten aus der Gemeinschaft rund um die Bewegung. Nach der Datenbereinigung verblieben noch Daten aus 51 Ländern und zu 7131 Herstellern im Datensatz.

Thematische Einordnung

Die Herausforderung, die Break Free From Plastic lösen möchte, ist eng verknüpft mit dem zwölften Ziel für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (kurz: SDGs). Ziel 12 setzt sich für “Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster” ein. Konkret geht es insbesondere in Punkt 12.5 um die Reduktion von Abfall durch Prävention, Reduktion, Recycling und Wiederverwendung. Indikator 12.5.1 stellt dabei die nationalen Recyclingraten in Prozent dar. Besonders Plastik ist in der derzeitigen Konsumlandschaft ein immenses Problem: Als oftmals nur einmalig genutztes und langlebiges Abfallprodukt mit niedrigen Recyclingquoten verschmutzt es die Welt zu Land und zu Wasser und nimmt dort erheblichen Einfluss auf die Flora und Fauna. Weltweit sind 73 Prozent des Strandmülls Plastikprodukte, während im Meer schätzungsweise mehr als 5 Trillionen Plastikstücke schwimmen. Deren Anzahl wächst mit der Produktion von Plastik exponentiell: Bis 2015 betrug die Produktion mehr als 6.3 Milliarden Tonnen, von denen nur 9 Prozent recycelt wurden. Davon wurden 2015 406 Millionen produziert, 1950 waren es noch 2.1 und 1950 147 Millionen (Quelle: National Geographic UK). Wollen wir unsere Umwelt erhalten, müssen wir die Pflanz- und Tierwelt vor Produkten schützen, deren Zersetzung zu Mikroplastik 450 Jahre (und mehr) beträgt. Ein vollständiger Abbau ist nicht grundsätzlich möglich. Umso wichtiger, dass die bereits in der freien Natur vorkommenden Plastikstücke gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt werden. In welchem Umfang Break Free From Plastic beitragen konnte, soll hier vorgestellt werden.

Aktivitäten

2019 führte Break Free From Plastics 338 Events mit 70820 Freiwilligen durch, kategorisierte die verschiedenen Plastikstücke und sorgte im Anschluss für ihre fachgerechte Entsorgung. Besonders häufig waren Plastikstücke der Firmen La Doo, The Coca-Cola Company und Barna.

Effekt

Insgesamt wurden auf den 338 Events mit durchschnittlich 1389 Freiwilligen 7299.53 Plastikstücke gesammelt. Das entspricht 372276 Plastikstücken.

Übersicht über Events und Freiwillige
Kontinent Anzahl Länder Anzahl Events Anzahl Freiwilliger Anzahl Plastikstücke
Africa 11 61 9486 112717
Americas 7 59 7167 25926
Asia 17 169 51675 204051
Europe 15 48 2487 29579
Oceania 1 1 5 3

In Taiwan_ Republic Of China (Roc) wurden die meisten Menschen zur Teilnahme bewegt (n = 31318). Besonders viele Plastikstücke wurden in Taiwan_ Republic Of China (Roc) (n = 120646) gesammelt. Die Beteiligung sowie die Anzahl an gesammeltem Plastik fluktuiert stark zwischen den Ländern.

Ausblick

Die Anzahl der Events korreliert nur sehr schwach mit der Anzahl gesammelter Plastikstücke (Korrelation: 0.0788175). Mit mehr Menschen können allerdings mehr Plastikstücke gesammelt werden (starke Korrelation: 0.8090633). Für die Zukunft bedeutet das: Mehr Mobilisierung und Aufbau lokaler Gruppen und Vergrößerung der Reichweite von Informations- und Werbekampagnen. Spannend könnte hier auch eine genauere Betrachtung der Arten sein, wie Menschen von den Events erfahren, und warum sie teilnehmen, um passgenauere Empfehlungen aussprechen zu können. Es ist zudem auffällig, dass in einigen Ländern viele Freiwillige zusammenkamen, aber nur wenig Plastikstücke gesammelt wurden. Warum das so ist, sollte in Gesprächen mit Organisator:innen geprüft werden. In Betracht kommen hier Fehler beim Reporting, das für die politische Arbeit der Bewegung allerdings zentral ist, oder Events, in denen das Sammeln von Plastik nicht im Vordergrund stand (beispielsweise da sie der Aufklärung dienten).